ROLAND JD-08 – Rettung meiner Patches/Patterns

Es geht hier um’s Prinzip !!!

Was ist passiert :

Ganz simpel, ich verändere einen Werks-Preset und speichere Ihn in der Hektik auf den Werks-Preset-Speicherplatz. Verdammt, ich möchte die Originale immer behalten. Deswegen speichere ich ab C.11 aufwärts (es wären aber Plätze ab B.36 frei).

Es gibt natürlich eine BACKUP-Datei im JD-08 die eigentlich den Namen nicht verdient, da sie nur den Zustand vorm Ausschalten beinhaltet. Es gibt auch keine Historie/mehrfach Dateien 🙁

Da ich zwei eigene Patches und 2 Pattern unbedingt retten will mache ich folgendes :

Aktuellen JD-08 Zustand speichern :

JD-08 bei gehaltener EXIT-Taste einschalten. Am PC erscheint ein USB-Stick “JD-08”. Dort liegen 2 Ordner Backup und Restore. Restore ist leer, ich kopiere die JD08Backup.svd vom Backup-Ordner auf meinen PC. Darin ist ja der überschriebene Werks-Preset A.15, meine beiden Patches C.12 + C.13 und 2 Patterns PA.11 + PA.12 enthalten.

Werks-Reset JD-08 um A.15 wirderherzustellen

Ich schalte den JD-08 aus und bei gehaltener 2-Taste wieder ein. Die TIE-Taste blinkt. Drückt man sie zur Bestätigung macht der JD-08 einen Werks-Reset. Danach ausschalten.

Hex-Editor

Nun suche ich mir einen Hex-Editor für Linux. Erster Gedanke “der muß 2 Dateien Vergleichen können”. Ist aber im im Endeffekt egal. Ich fand zumindest einen der mehrere Dateien öffnen kann namens GHex.

Nun fing eine Sisyphus-Arbeit an. 

Es galt die 256 Presets und 128 Patterns ausfindig zu machen. Es ergibt sich folgendes :

Pattern-Speicher :

Beginn : $63    PA11 …….
Länge/Größe : $2D04 Bytes

Dort beginnt Pattern PA.11

Die Original-Patterns beginnen mit den Zeichen PA11…PA18 dann folgt PA21…PA28

Dahinter folgt nicht etwa PA31…PA38 usw. sondern plötzlich der Text Init Scene. Heißt der JD-08 hat wohl 16 Werks-Patterns vorbelegt, dann folgen leere Patterns.

Preset-Speicher :

Beginn : $168280
Länge/Größe : 2048 Bytes

Der Text am Beginn eines Patches lautet entweder Init Tone oder mit dem Namen der Handbuch Preset-Namen. Da man keine eigenen Namen eingeben kann werden auch bei selbst gespeicherten Patches die Original-Preset-Namen verwendet.

Da ich meine Patches ab C.11 speicherte beginnt das exakt bei $1A8280 – der erste freie Speicherplatz B-36 liegt ab $192A80

Kopieren mit dem Hexeditor

Grundsätzlich ist es blöd, das die Dateien ausschließlich den EINEN-Namen JD08Backup.svd haben dürfen. Ich nenne deswegen die Namen temporär um/mache mir Kopien.

Ich öffne gleichzeitig die My.svd in der sind meine Patches/Patterns und daneben die Original.svd.

8 Patches in der My.svd kopieren und in die Orig.svd pasten von $1A8280 bis genau vor den 9.Patch der mit dem Wort Init Tone beginnt. Man erkennt die Patch-Blöcke recht gut an den ASCII-Zeichen-Blöcken.

Ich spiele die geänderte Original.svd in den Restore-Ordner, nenne sie vorher in  JD08Backup.svd um. In der Anleitung steht man solle den Backup-Ordner leeren. Dann melde ich das USB-Lauferk am PC ab und drücke die blinkende TIE-Taste am JD-08 um den Restore zu starten. Es dauert ein wenig, dann steht da “done”. Aus/Einschalten und meine Patches sind wieder auf C.11 bis C.18

Nun fehlen noch die Patterns – der eine überschriebene Werks-Preset A.15 ist ja schon durch den Werks-Reset wieder im File.

Genau wie vorhin kopiere ich nun 8 Patterns von der My.svd zur Original.svd

Das erste Pattern fängt bei $63 an und hat $2D04 Bytes. In der My.svd steht dort mehrfach am Anfang der Pattern-Blöcke PA11 weil ich den gleichen Pattern schon mehrmals auf PA.11/12/13 speicherte. In der Originaldatei sind die aufsteigend durchnummeriert PA11 bis PA18 dann PA21 bis PA28 und wie oben gesagt folgen “Init Scenes” weil leer.

Jedenfalls funktioniert nach nochmaligem Restore alles wie gehabt. Trotzdem MEGA-Aufwand.

Ich könnte schwören beim JX-03 werden alle Patches einzeln als File abgelegt.

Der erste wirklich eigene Patch

Wenn man sich nur etwas konzentriert ist das machbar.

Das Wichtigste ist das man tunlichst nur die Tones aktiviert an denen man etwas ändern will. Zudem ist das ein/ausschalten der Tones extrem hilfreich um diese einzeln/zusammen zu testen (hören).

Angefangen mit einem Tone, Waveform ausgewählt und Hüllkurve mit TVF und TVA gleichzeitig/gleichmäßig eingestellt. Noch im TVF  ENV/Cutoff/Key-Follow angepasst.

Dann den nächsten Tone hinzu geschaltet, mit einer Oktave tiefer für ein böses Grummeln unter einem PAD. Später noch einen 3. Tone hinzugenommen für ein weiteres kürzeres Wusch am Anfang eines PAD.

Es macht absoluten Spaß so etwas einzujustieren und ist extrem lehrreich.

Schade finde ich, das im hinteren Waveform-Bereich nur noch DRUM/Percussion Samples kommen. Ich hätte lieber Synth Sounds. Denn auch damals (1991) gab es schon DRUM-Computer zu hauf.