Festplatten-Katastrophen über die Jahre gesehen

IBM Deskstar DTLA307045

Bei mir, wie nachweislich bei vielen anderen Usern auch, fing die erste HDD-Katastrophe mit der IBM DTLA-307045 an. Eine Festplatte mit 45GB Kapazität aus der IBM Deskstar-Serie, damals eben brandneu. Von diesen Teilen kaufte ich mir auf der Hobbytronic gleich zwei Stück um mein erstes Raid-0 zu bauen.

Dieses Raid lief eine Weile sehr gut, bis bei den Festplatten sich eines Tages einfach der Spindelmotor deaktivierte. Der Motor hatte also einen Downspin und lief direkt wieder an. Dem Raid-0 machte das erst nichts, auch Windows lief weiter. Eine Weile machte ich mir weniger Sorgen, über die Zeit gesellte sich noch ein merkwürdig knarzendes Geräusch hinzu. Da es schon Internet gab habe ich mich belesen und stellte fest, das es ein Produktionsfehler ist.

Irgendetwas mit dem Hauptlager der HDD war faul, es soll wohl an deren Schmierung gelegen haben, die mit der Zeit nachließ, gleich Lagerschaden. Ich meine das Raid-0 vorher erfolgreich entzweit zu haben.

VIA Southbridge-Bug VIA686B

Irgendwann stellte ich fest, das immer mehr meiner Bilder scheinbar zerstört worden sind. In den Bildern traten Punkt/Strichel-Muster auf oder Teile der Bilder waren abgeschnitten. Dann hörte man plötzlich davon das der Motherboard-Southbridge-Chip VIA 686B einen Hardware-Fehler hat. Dieser Fehler trat nur auf, wenn man Dateien von einer Festplatte zur anderen kopierte. Da half nur noch ein Mainboard-Tausch.

VIA Southbridge 686B_small

Samsung 160GB 24/7 Dauerbetrieb

Diesen Fehler rechne ich Samsung nicht an. diese Festplatte lief über Jahre Tag und Nacht im Dauerbetrieb und selbstverständlich in einer festen (horizontalen) Lage. Als ich diese Platte, wie gesagt nach Jahren, ausbaute und eine Weile liegen ließ, diese dann wieder verbaute fiel sie komplett aus. Was war passiert. Festplatten-Lager gewöhnen sich mit der Zeit an ihre Lage, ändert sich Diese dann kann das Lager Schaden nehmen. So war es wohl.

Das Seagate Massensterben

All diese Kleinigkeiten werden bei mir z.Zt. von der Firma Seagate getoppt. Mehrere Baureihen sind betroffen. Bei mir die Barracuda 7200.8, Barracuda 7200.10 und 7200.12

Es fing an mit der Barracuda 7200.8 Modell ST3250823A (250GB). Erst vor kurzer Zeit kopierte ich diese bis zum Anschlag voll als das gefürchtete Kopfklacken auftrat. Ohne jegliche Vorwarnung. Egal an welchen Adapter ich die HDD anschloß, klack-klack-klack.

Dann folgte, quasi eben erst, eine ST3750640AS (750GB). Diese war original in ein USB-Gehäuse montiert und wurde unter dem Label Maxtor verkauft. Und wieder bin ich absolut Chancenlos, da keine Vorwarnung erfolgte. Das war meine Backup-Festplatte. Sie war in ein SATA-Rack verbaut und wurde nur angeschaltet wenn nötig. Als ich sie wieder mal einschalte fährt der Motor noch an und dann klack-klack-klack. Da sag ich nur, als Maxtor noch eigene Platten baute waren diese viel besser, leider wurde Maxtor von Seagate geschluckt.

Vor diesem Fall traten Merkwürdigkeiten an meinem Raid-0 auf, welches aus zwei Seagate ST3500418AS (500GB) bestand. Häufige Systemhänger waren die Folge von Festplattenfehlern, dabei waren die Platten noch pfuschneu. Irgendwann entdeckte ich dann in der Windows-Datenträgerverwaltung eine Warnmeldung. Danach habe ich sofort das Raid-0 zerrupft. Zur Zeit verwende ich als Systemplatte eine 2TB von Hitachi, die schnell und stabil läuft.

Nachweislich ist eine fehlerhafte Seagate-Firmware Schuld am Festplattenversagen, diese Firmware befindet sich leider nicht auf der Elektronik-Platine der Festplatte sondern auf der Festplatte selber. Deswegen hat man als Normalo-User null Chance etwas zu retten.

Habe eben mal noch aus Spaß von Seagate das Programm “drivedetect.exe” heruntergeladen, dort kann man einen Button “New Firware Check” klicken wodurch man auf eine Seagate-Seite gelangt wo man die Seriennummer der Festplatte(n) eingeben kann. Ergebnis der Prüfung all meiner defekten Platten ist …

Seagate-Drive-Detect
Seagate-Drive-Detect
Seagate-No-Download-available
Seagate-No-Download-available

Dann dachte ich, machste mal einen Firmware-Update Versuch mit dem Seagate-Programm “Barracuda12-ALL-CC49.EXE”. Und wieder typisch Seagate, der Rechner wird einfach, ohne Vorwarnung, heruntergefahren und eine DOS-Prozedur startet, bei der man die Luft anhalten muß. Ich hatte wissentlich keine Seagate im System, trotzdem war mir mulmig als da stand “Scanning Drives …” und die HDD-LED leuchtete eine Weile. Was wenn Seagate nun noch meine Fremdplatten zerstört. Da der Mist nicht aufhörte drückte ich Reset und alles lief wieder normal, hust.

Lehre aus der Geschichte, nie aber auch nie wieder eine Seagate Platte. Auch nicht wenn die vergoldet ist und verschenkt wird.

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